Andreas S. Hennig

Ersatzlaichgewässer für Teichmolche aus dem Schildkrötenteich

Für die Haltung meiner Wasserschildkröten legte ich 1994 ein Freilandterrarium an. Es bestand aus einem durchschnittlich 30 cm tiefen Teich, der – lagebedingt – etwa sechs Meter lang und einen Meter breit war. Ihm schloss sich ein kleinerer Landteil an. Schon kurz nach der Fertigstellung im Mai des gleichen Jahres konnte ich im reich strukturierten Teich ein einzelnes Teichmolch-Weibchen (Triturus vulgaris) beobachten. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte ich noch nie Amphibien in unserem Wohngebiet feststellen. Um es vor den Nachstellungen der Schildkröten zu bewahren, wurde es in einen zweiten, kleineren Teich gesetzt. Im darauffolgenden Jahr erfolgte wieder eine Besiedlung des Schildkrötenteiches; insgesamt zählte ich acht Exemplare (5,3), die sich erfolgreich fortpflanzten. 1996 erhöhte sich die Zahl der beobachteten Molche auf 23 Tiere (10,5,8). Auch diese wurden in einen zweiten Teich „umgesiedelt“. Während der 1997er-Laichperiode zählte ich 71 (39,32) adulte Teichmolche. Es konnten täglich Paarungen und Eiablagen beobachtet werden. Später konnten mehrere Jungmolche in unmittelbarer Nähe des Teiches und auch an anderen Fundorten festgestellt werden. Um das erfolgreiche Laichen der Teichmolche nicht zu gefährden, wurden diesmal die Schildkröten umgesetzt. Am 15. Februar 1998 warteten bereits 15 Triturus-vulgaris-Männchen auf die später eintreffenden weiblichen Tiere. Das Maximum war mit 69 (35,34) Exemplaren erreicht; im zweiten Teich konnten 2,3 Molche erfasst werden. Die Zählung erfolgte wie jedes Jahr im Mai, wenn ein fast kompletter Wasserwechsel durchgeführt wird. Um ein ständiges Umsetzen der Molche bzw. Schildkröten zu vermeiden, wurden statt des vorhandenen Teiches zwei separate Kleingewässer geschaffen: Ein umfriedeter Teich für die Schildkröten und ein unmittelbar angrenzendes Gewässer für die Teichmolche. Damit die Amphibien im neu angelegten Gewässer Nahrung finden, wurde es mit Mückenlarven, Wasserflöhen und anderen Kleintieren „geimpft“. Allerdings musste ich feststellen, dass insbesondere die weiblichen T. vulgaris die in den Blättern der Wasserpflanzen eingewickelten Eier auffraßen. Um dem zu entgegnen, wurde in den darauffolgenden Wochen mit Zierfischfutter (gefrostete Mückenlarven, Wasserflöhe) zugefüttert. Der Erfolg zeigte sich umgehend, da ab sofort keine Eier mehr gefressen wurden. Im Spätsommer waren wiederholt juvenile Teichmolche im Garten zu beobachten.

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