Literaturtipps:

Haltung von Wasserschildkröten

Ihr Hobby Wasserschildkröten

Zierschildkröten

Die Gelbwangen- Schmuckschildkröte Trachemys scripta scripta

Wie muss das Aquarium aussehen?

Die Haltung von Wasserschildkröten erfolgt nicht in Aquarien, wie man sie von der Zierfischhaltung her kennt. Zum einen kann sich in den allermeisten für eine Wohnung üblichen Beckengrößen und bei den eher grobmotorisch veranlagten Schildkröten keine ansprechende Unterwasserlandschaft mit filigranen Pflanzen halten, zum anderen können in einem klassischen Aquarium nicht die Lebensansprüche der zu pflegenden Reptilien bedient werden. Notwendig sind je nach Art und Geschlecht spezifische Extras wie Landteil, Versteck- und Sonnenplätze.

Jede Wasserschildkröte sucht auch das Land auf. Das Minimum an Ausstattung ist daher neben dem möglichst großzügigen Wasserteil ein Stück Kork, das fest installiert wird (z. B. eine zwischen Vorder- und Rückscheibe eingeklemmte Korkröhre oder alternativ zum Kork und bei niedrigem Wasserstand eine rutschfest liegende Natursteinplatte) und als Sonnenplatz für kleinere Exemplare (bis ca. 15 cm Rückenpanzerlänge) dient. Jungtiere und halbwüchsige Schildkröten können zudem das leicht zugängliche Innere eines Korkröhren-Sonnenplatzes als Versteck, Ruhe- und Schlafstätte nutzen. „Leicht zugänglich“ bedeutet, dass die Öffnungen der Röhre breiter sind als die Schildkröte, damit sie nicht stecken bleibt. Für größere Schildkröten, beispielsweise adulte Schmuck- (Gattungen Trachemys, Pseudemys) und Spitzkopfschildkröten-Weibchen (Emydura), sollte die Konstruktion eines Sonnenplatzes stabiler sein; geeignet sind z. B. mit Aquariensilikon montierte Glasstege, die mit Kork beklebt werden. Zum Befestigen des Korks kann ebenfalls Silikon genutzt werden. Weniger geeignet sind Steine, die auf einen solchen Glassteg geklebt werden – scharfe Kanten können einen darüber rutschenden Bauchpanzer anritzen, was wiederum einer möglichen Panzernekrose Vorschub leistet. Einen ähnlichen Sandpapiereffekt hat aufgeklebter Sand, dieser hat ausschließlich lose etwas auf dem als Eiablageplatz dienenden Landteil zu suchen. Ein Landteil ist zwingend notwendig für Weibchen, die auch ohne Männchen Eier legen können. Er kann in ein Aquarienbecken eingebaut werden und ist dabei im besten Fall unterschwimmbar, oder er wird extern an eine Seite des Wasserbeckens angebaut (im Regelfall an einer der Stirnseiten des Aquarienbeckens). Der Sand im Landteil sollte nicht staubtrocken oder tropfnass sein, sondern durch die Feuchtigkeit leicht klumpig-krümelig; bei regelmäßigen Kontrollen muss gegebenenfalls nachbefeuchtet werden. Wichtig sind unterschiedliche Substrattemperaturen. Die Weibchen müssen die Wahl zwischen verschiedenen Temperaturbereichen haben. Dies erreicht man beispielsweise, wenn tagsüber ein Spotstrahler einen Teil des substratgefüllten Landteils beleuchtet und damit erwärmt. Natürlich nehmen es auch männliche Wasserschildkröten dem Pfleger nicht übel, wenn auch sie einen sandgefüllten, größeren Landteil bekommen. Männchen halten sich bisweilen gern einmal abseits des Sonnenplatzes „auf dem Trockenen“ auf.

Kann ein Versteckplatz für kleinere Schildkröten wie oben geschildert z. B. mit einer Korkröhre geschaffen werden, muss ein Ruheplatz für größere Exemplare stabiler und größer ausfallen. Es bietet sich u. a. an, den Aufstieg zum Landteil entsprechend großzügig zu dimensionieren und darüber (Kunst-)Pflanzen zu platzieren. So können die Tiere im flachen Wasser (auf dem unter Wasser befindlichen Teil des Aufstiegs) liegen, ohne Mühe die Nase zum Atmen aus dem Wasser stecken und dabei Sichtschutz von oben durch die Pflanzen genießen.
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